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Nepal: Fürsorge und Solidarität nach der Sturzflut

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Die verheerende Sturzflut im Norden Nepals und in der Grenzregion zu Tibet am 26. August 2026 hinterließ massive Schäden. Die Schlamm- und Wassermassen rissen Wohnhäuser, Krankenhäuser und Schulen mit sich und zerstörten Straßen und Brücken. Die Tashi Waldorf School liegt nördlich von Kathmandus Stadtzentrum und nur etwa 40 Kilometer vom Katastrophengebiet entfernt – war also selbst nicht direkt betroffen. Der Schulgemeinschaft war es ein großes Anliegen den Menschen in den betroffenen Regionen zu helfen und organisierte trotz begrenzter eigener Kapazitäten eine Lieferung von Hilfsgütern. Genau drei Wochen nach der Sturzflut machten sich vier Lehrkräfte auf den Weg in die Region Nuwakot, nordwestlich von Kathmandu. Dil Maya Adhikari war eine von ihnen, auf der Webseite ihrer Schule berichtet sie von diesem besonderen Tag:

Unser Ziel war die Trishuli Basic School. Doch der Weg dorthin, erwies sich als weitaus schwieriger als erwartet. Die Fluten hatten Brücken weggerissen und Straßen schwer beschädigt. An einigen Stellen konnte der Fluss nur mit einer Seilbahn überquert werden. Die Dorfbewohner:innen warteten teilweise bereits seit dem Vortag, und auch unser Team musste mehrere Stunden warten. Währenddessen konnten wir das Ausmaß der Zerstörung mit eigenen Augen sehen. Wohnhäuser, Schulen, Banken, Krankenhäuser und andere Gebäude waren beschädigt oder vollständig weggespült worden.

Besonders eindrücklich war der Anblick einer Schule, die vorher von rund 1.600 Schülerinnen und Schülern besucht worden war. Nach der Flut war der Ort kaum noch als Schule zu erkennen. Die umliegende Landschaft hatte sich so stark verändert, dass es schwerfiel, sich vorzustellen, wie sie vor der Katastrophe ausgesehen hatte.

Nach fast sechs Stunden Wartezeit konnten schließlich Zwei von uns mit den Hilfsgütern den Fluss überqueren. Die beiden anderen blieben auf der gegenüberliegenden Seite zurück. Die Geduld und Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort haben uns tief beeindruckt. Selbst unter diesen schwierigen Bedingungen halfen sie einander und teilten, was immer sie entbehren konnten.

Nach der langen Reise erreichten wir schließlich die Trishuli Basic School in Jugetar, Bidur.Dort trafen wir die Kinder, Lehrkräfte und Familien und übergaben Materialien für alle 80 Schülerinnen und Schüler: Trainingsanzüge, Schulranzen, Schreibwaren, Buntstifte, Puppen, Spielzeug und Mal- und Bastelmaterialien.

Wir hatten gehofft, mit den Kindern zu spielen und zu malen. Aufgrund der schwierigen Anreise und der Umstände vor Ort konnten wir jedoch nicht alles umsetzen, was wir geplant hatten. Trotzdem war es für uns eine wertvolle Erfahrung, die Kinder und Lehrkräfte kennenzulernen, ihnen zuzuhören und ihnen die Materialien zu übergeben, die wir mitgebracht hatten.

Als wir nach unserem Besuch der Trishuli Basic School zum Fluss zurückkehrten, war es bereits 19:50 Uhr. Dort trafen wir die Beiden wieder, die auf der anderen Seite auf uns gewartet hatten. Gemeinsam machten wir uns auf den langen Rückweg nach Kathmandu.

Es war ein anstrengender Tag, dessen Eindrücke uns jedoch nachhaltig begleiten. Wir kehrten mit einem tieferen Verständnis für die Herausforderungen zurück, vor denen die Menschen in den betroffenen Gemeinden stehen. Seit unserem Besuch haben sich auch weitere Schulen und Gemeinschaften mit der Bitte um Unterstützung an uns gewandt. Wir hören ihnen zu und versuchen, ihre Bedürfnisse und ihre jeweilige Situation besser zu verstehen. Mit unseren eigenen begrenzten Mitteln können wir jedoch nicht allen helfen, auch wenn wir uns bemühen, Unterstützung zu ermöglichen.

Diese Erfahrung hat uns daran erinnert, dass die Werte, die wir an der Tashi Waldorf School pflegen – Fürsorge, Verbundenheit, Kreativität, Gemeinschaft und Respekt für jedes einzelne Kind –, nicht an den Toren unserer Schule enden. Manchmal mag unser Beitrag klein sein. Doch sich auf den Weg zu machen, zuzuhören, den Menschen vor Ort zu begegnen und das zu teilen, was wir geben können, ist bereits ein wichtiger Teil unserer Verantwortung für die Gemeinschaft, in der wir leben.

Wir sind allen Freund:innen, Förder:innen und Unterstützer:innen dankbar, die die Tashi Waldorf School über die Jahre begleitet und unterstützt haben. Mit diesem Bericht möchten wir mit euch und Ihnen teilen, wie der Geist von Tashi uns weiterhin leitet – nicht nur in unserer täglichen Arbeit mit den Kindern an der Schule, sondern auch dann, wenn Menschen in unserem weiteren Umfeld auf Unterstützung und Fürsorge angewiesen sind.

Dil Maya Adhikari

Den ausführlichen (englischen) Bericht über den Hilfstransport können Sie auf der Webseite der Waldorfschule Tashi lesen.

Ausführlichen Bericht lesen

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