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Bildung ist die wichtigste Ressource, um Kindern Zukunft zu ermöglichen

Waldorf in der Welt und in der Notfallpädagogik. Spendenaufruf für die Freunde der Erziehungskunst

Waldorf Weltweit: Die Welt mit Selbstvertrauen kennenlernen

Mehr als je zuvor ist eine gesunde und fundierte Bildung zur Voraussetzung für Engagement, für Urteilsfähigkeit, für aktive Teilhabe an der Gesellschaft und für berufliche Perspektiven geworden. Mehr als je zuvor sind die Parameter für gesunde Bildung öffentlich bekannt und durch vielfache wissenschaftliche Untersuchungen beschrieben. Und doch fällt es Eltern und Lehrerinnen und Lehrern nicht leicht, die Rahmenbedingungen herzustellen. Gute Schule zu betreiben ist eine echte Herausforderung. Und um diese Herausforderung zu meistern, reicht es nicht, schöne Schulhäuser zu errichten und altersgemäßen Lehrplänen zu folgen. Es hängt von jedem einzelnen Menschen ab, ob es gelingt. Weltweit breitet sich die Waldorfbewegung aus und weltweit lernen wir immer mehr Menschen kennen, die eine gute Schule gestalten und dies jeden Tag im Klassenzimmer gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern praktizieren wollen. Weltweit ist die Unterstützung der Freunde der Erziehungskunst gefragt. Und gemeinsam können und wollen wir gute Schulen fördern und damit die Voraussetzungen schaffen, damit Kinder ihre Zukunft aktiv gestalten und innovativ ergreifen können, mit Selbstvertrauen und in Verantwortung für Natur und Gesellschaft.

Unser Grundsatz: 100 Prozent Spendenweiterleitung

Die Freunde der Erziehungskunst leiten zweckgebundene Spenden zu 100 Prozent an Waldorfschulen und Waldorfkindergärten, an heilpädagogische und sozialtherapeutische Einrichtungen weiter – von Anfang an. Dieses Vorgehen unterscheidet uns von fast allen Hilfsorganisationen. Denn in der Regel wird ein festgesetzter Prozentsatz der Spenden für die Arbeit eines Vereins einbehalten. Uns ist das bewusste Spenden ein besonderes Anliegen und unser Beweggrund für diesen Spendenaufruf.

Bewusst spenden – ohne unsichtbare Abzüge

Wenn ein Spender oder eine Spenderin möchte, dass die gesamte Spende in die von ihm gewählte Einrichtung fließt, handeln wir entsprechend. Spenden für unsere Arbeit sollen bewusst und aktiv passieren – entweder durch eine eigene Spende oder durch Angabe des Stichworts „Aktion 10%“, mit dem wir 10 Prozent der Spende für unsere Arbeit verwenden dürfen. Wir halten an diesem Grundsatz fest, damit Sie genau wissen, was mit Ihrer Spende geschieht, und nicht ein Teil davon für etwas verwendet wird, an das Sie gar nicht gedacht haben. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass wir für diese bewusste Spende immer wieder aktiv werben müssen.

Viele denken: „Ich möchte, dass mit meinem Geld Schulen und damit Kinder unterstützt werden, das ist am wichtigsten.“ Der Gedanke ist gar nicht falsch: Die Unterstützung der Kinder ist auch für uns am wichtigsten – entsprechend gestalten wir unsere Arbeit. Aber wenn man diesen Gedanken weiterdenkt, wird ganz klar: Die Kinder können nur gute Waldorfpädagogik erfahren, wenn wir professionell handeln. Jede Menge Fachwissen ist dafür nötig: pädagogisches Wissen, buchhalterisches Wissen, ökonomisches Wissen und vieles mehr.

Unsere Arbeit – was ist das eigentlich?

Wichtig ist uns, dass Ihre Spende genau in Ihrem Sinne eingesetzt wird; durch einen ständigen Kontakt mit den unterstützten Einrichtungen stellen wir dies sicher. Wir stellen Ihnen außerdem eine Spendenbestätigung aus, sodass Sie Ihre Spende beim Finanzamt geltend machen können. Auch das Finanzamt schaut genau hin. Es bedeutet einen hohen personellen Aufwand, um die Nachweise einzuholen, mit denen sich die Einhaltung der Vorschriften zur gemeinnützigen Mittelverwendung prüfen lassen. Hierfür benötigen wir auch Nachweise der geförderten Einrichtungen; diese müssen wir dort anfordern, nachhalten, ob diese bei uns ankommen, und gründlich prüfen. Außerdem möchten wir auch Sie darüber informieren, was Ihre Spende bewirken kann oder auch, wo Ihre Spende aktuell besonders nötig ist – das geht nur durch eine gute und professionell ausgeführte Öffentlichkeitsarbeit. Einige Waldorfschulen, Waldorfkindergärten oder heilpädagogischen Einrichtungen sind auf regelmäßige Unterstützungen aus dem Ausland angewiesen. Ein gutes Mittel, um diese regelmäßigen Hilfen leisten zu können, sind unsere Bildungspatenschaften, mit denen Spenderinnen und Spender durch einen monatlich festen Betrag eine bestimmte Einrichtung unterstützen – auch hier werden die Spenden zu 100 Prozent weitergeleitet, wenn Sie keine anderen Angaben machen. Doch gerade die Bildungspatenschaften müssen sehr gut koordiniert werden. Außerdem ist uns ein enger Kontakt nicht nur mit den Schulen und Kindergärten, sondern auch mit den Patinnen und Paten besonders wichtig.

Notfallpädagogik: So helfen wir Kindern in Kriegs- und Krisensituationen

Seit 2006 engagieren sich die Freunde der Erziehungskunst für Kinder in Kriegs- und Krisensituationen. Die auf Grundlagen der Waldorfpädagogik beruhenden Methoden und Maßnahmen wenden wir in akuten Einsätzen an, die durch Teams aus Notfall- und Traumapädagog:innen durchgeführt werden. Ein besonderer Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf dem Aufbau von Strukturen vor Ort sowie eines weltweiten notfallpädagogischen Netzwerkes.

Unterstützung von lokalen Kapazitäten

Wie aus einem notfallpädagogischen Einsatz ein laufendes Projekt wird und daraus wiederum eigene Notfallpädagogik-Organisationen in einem Einsatzland, zeigt sich besonders gut an der Arbeit im Nordirak. Nach dem Einfall der IS-Milizen in die nordirakische Region Sindjar und dem Völkermord an den Jesidinnen und Jesiden, suchten tausende Menschen Schutz in der nordirakischen Region Dohuk. Dort fand der erste notfallpädagogische Einsatz statt. Schnell fanden sich Menschen, viele von ihnen selbst Geflüchtete, die die Arbeit unterstützten – für Übersetzungen und Koordination oder in der pädagogischen Arbeit. Einige wollten die notfallpädagogische Arbeit mit den Kindern fortführen; sie wurden von uns in Theorie und Praxis ausgebildet und etablierten mittlerweile Kindergarten- und Hortangebote in den Flüchtlingslagern und gründeten ihre eigenen Organisationen.
Diese Arbeit wurde durch fortlaufende Unterstützung der Freunde der Erziehungskunst möglich. Spenden mussten gesammelt, Projektfinanzierungen zum Beispiel durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Aktion Deutschland Hilft (ADH) oder verschiedene Stiftungen akquiriert und die Arbeit vor Ort engmaschig begleitet werden. Dafür benötigen wir ausreichend Ressourcen. Der Personaleinsatz für die Koordinations- und Verwaltungsarbeit auf unserer Seite kann nur über Spenden für diese Arbeit gedeckt werden.

Koordination weltweites Netzwerk

Kontinuierlich arbeiten wir an einem weltweiten notfallpädagogischen Netzwerk mit dem Ziel, die Not der Kinder in Kriegs- und Krisengebieten zu lindern. Wichtig ist uns auch, in akuten Notfällen schnell handeln zu können, ohne dass große Teams um die halbe Welt fliegen müssen. Wir stehen laufend im Kontakt, organisieren Netzwerktreffen und bringen Menschen in Verbindung, um voneinander zu lernen. Als sich 2023 das schwere Erdbeben in der Türkei ereignete, stellten wir ein Team aus erfahrenen Notfall- und Traumapädagog:innen zusammen, unter anderem aus den nordirakischen Teams. Diese internationale Kooperation ist zentral für den Aufbau von globalen Erfahrungen und Wissen sowie zur Stärkung des internationalen Netzwerkes. Um die Vernetzung sowie den Erfahrungsaustausch der Teams in Zukunft aufrechtzuerhalten, benötigen wir Ressourcen für Online-Seminare, weiterführende Vernetzungsarbeit sowie die Vermittlung der gewonnenen Expertise in das weltweite Netzwerk.

Wir bitten mit diesem Aufruf um Spenden für unsere Arbeit, damit wir die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen weltweit sowohl in Kindergärten und Schulen als auch in notfallpädagogischen Einsätzen fortführen können. Durch Ihre Spende fördern Sie unsere Bemühungen um die Grundlagen für die Zukunft der Kinder.

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