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Ukraine: Lebensnotwendige notfallpädagogische Arbeit in Charkiw

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Die Abteilung Notfallpädagogik von den Freunden der Erziehungskunst konnte in der Ukraine von März 2022 bis einschließlich November 2025 vor allem Kinder und Jugendliche sowie Pädagog:innen unter anderem durch vier Fortbildungszyklen mit je acht Modulen in der Ukraine unterstützen. Die teilnehmenden Pädagog:innen sind für Organisationen vor Ort tätig, die Notfall- und Traumapädagogik in ihren Gemeinden anbieten. Im Rahmen der Fortbildungsmaßnahmen ist ein Netzwerk zwischen den sieben Partnerorganisationen, darunter das Projekt „Der Sichere Ort“ in Charkiw, entstanden. Dank einer weiteren Förderung durch Aktion Deutschland Hilft können die Freunde der Erziehungskunst die Projekte zusätzlich bis Ende 2026 unterstützen. In einer E-Mail vom 29. Mai schildert Angelika Merzalova, Vorstandsvorsitzende von „Der Sichere Ort", die aktuelle Lage vor Ort und drückt ihre große Dankbarkeit für die Hilfe aus:

Mehrere Kinder an einem Tisch zeigen ihre selbstgemachten Kerzen

Wir sind Ihnen von Herzen sehr dankbar für Ihr Vertrauen, Ihren Glauben an unsere Arbeit und Ihre fortwährende Unterstützung. Gerade jetzt, in dieser schweren Zeit, bedeutet uns das unglaublich viel. Durch die Verlängerung unseres Projekts „Der Sichere Ort“ erhalten wir die Möglichkeit, unsere Unterstützung für Kinder, die Sicherheit, Fürsorge und emotionale Stabilität dringend brauchen, fortzusetzen.

Die Situation in Charkiw bleibt äußerst schwierig. Unser Stadtteil wird regelmäßig beschossen. Die Explosionen und Zerstörungen nehmen zu. Die Kinder hören ständig Sirenen, erleben Angst bei Erwachsenen und sehen zerstörte Häuser sowie die Folgen des Krieges direkt um sich herum. Viele Kinder leben in einem Zustand dauerhafter Anspannung, Angst und Unsicherheit. Manche können nachts nicht mehr ruhig schlafen, haben Angst, allein zu bleiben und verlieren die Fähigkeit, Freude zu empfinden oder Vertrauen in die Welt zu haben. Deshalb ist unsere Arbeit nicht nur hilfreich geworden, sondern lebensnotwendig.

Nach besonders schweren Angriffen organisieren wir oft zusätzliche Aktivitäten, weil sich die Kinder in einem Zustand großer Angst und emotionaler Erschütterung befinden. Durch Notfallpädagogik, kreative Arbeit, Bewegung, Spiel und menschliche Wärme helfen wir ihnen Schritt für Schritt, wieder ein Gefühl von Sicherheit zu entwickeln, ihre Gefühle ausdrücken zu können und erneut Kind sein zu dürfen. Es ist für uns ein großes Geschenk zu sehen, wie Kinder nach unseren Angeboten wieder lächeln, nachts ruhiger schlafen und wenigstens für kurze Zeit das Gefühl eines normalen Lebens zurückgewinnen können.

Zurzeit sehen wir besonders deutlich mehrere wichtige Bedarfe: Erstens brauchen wir für unsere Arbeit im Krankenhaus zusätzliche Finanzierung. Statt der ursprünglich geplanten zwei Stunden dauert ein Einsatz inzwischen oft bis zu fünf Stunden in mehreren Abteilungen gleichzeitig. Zweitens sehen wir einen enormen Bedarf an weiterer Ausbildung in Notfall- und Traumapädagogik für die Mitarbeitenden von „Der Sichere Ort“ sowie für Eltern und interessierte Fachkräfte. Unter den Bedingungen der anhaltenden traumatischen Erfahrungen der Bevölkerung wird dieses Wissen immer wichtiger. Darüber hinaus wünschen sich die Schulen, mit denen wir bereits im vergangenen Jahr zusammengearbeitet haben, dringend eine Fortsetzung der Angebote für die Kinder. Lehrkräfte und Eltern berichten, wie wichtig emotionale Unterstützung für Kinder unter den Bedingungen ständiger Gefahr und Unsicherheit geworden ist. Unsere Bedürfnisse sind stark gewachsen, weil die Zahl der Kinder, die Unterstützung brauchen, stetig steigt und die Folgen des Krieges immer tiefer spürbar werden.

Noch einmal danken wir Ihnen von Herzen für Ihre Hilfe. Für uns ist sie ein tiefes Zeichen von Menschlichkeit, das uns Kraft gibt, weiterzumachen.

Angelika Merzalova

Dieses Projekt ist dank der finanziellen Unterstützung von Aktion Deutschland Hilft möglich. Wenn Ihnen gefällt, was wir von der Abteilung Notfallpädagogik tun und auch Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, dann klicken Sie gerne hier: Jetzt helfen

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