Nach der Einführung in die Notfallpädagogik und Psychotraumatologie im Oktober 2024 wurden im zweiten Modul im Januar dieses Jahres die Themen „Stress“ und „Rhythmus“ theoretisch und praktisch mit Einheiten aus der Eurythmie vertieft. Im dritten Modul Ende März/Anfang April lag der Fokus auf den Themen „Bindungstheorie“ und „Salutogenese“, ergänzt durch praktische künstlerische Arbeit. Im Juli fanden dann gleich zwei Module statt. Zum einen das Thema „Psychohygiene und Psychoedukation“ in Theorie und Praxis, und zum anderen „notfallpädagogische Einsätze und die praktische Arbeit mit großen Gruppen“. Bereits im dritten Modul gründeten wir aus den Teilnehmenden kleine Teams, die gemeinsam eine Abschlusspräsentation zu jeweils einem der Themen vorbereiteten. So war der Abschluss in Hatay eine Wiederholung der bereits durchgenommenen Themen und gab zusätzlich nochmal die Möglichkeit, das Gelernte weiter zu vertiefen und zu festigen.
Nach dem erfolgreichen Abschluss werden die ausgebildeten Teams Einführungsveranstaltungen zum Thema „Notfall- und Traumapädagogik“ in der Türkei geben. Hierfür wurden Regionen ausgewählt, die entweder 2023 vom Erdbeben betroffen waren oder in seismisch sehr aktiven Zonen liegen und zukünftig von Erdbeben betroffen sein könnten. Das Ziel der Einführungsveranstaltungen ist, das Bewusstsein und die Wichtigkeit des Themas „Notfallpädagogik für Kinder und Jugendliche“ mehr ins Bewusstsein der Pädagog:innen vor Ort zu holen und ihnen erste konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die sie in ihrer Arbeit nutzen können. Des Weiteren bieten diese Veranstaltungen die Möglichkeit, ein Netzwerk in der Türkei aufzubauen, welches dann eigenständig weiter in die Arbeit einsteigen kann.
Das gesamte Projekt und auch das nun abgeschlossene Training hatte eine wichtige Selbstwirksamkeitskomponente für das Team in der Türkei. So berichtet Cansu Kaygisiz-Vardar, lokale Projektmanagerin in der Türkei: „Nach dem Erdbeben fühlten wir uns hilflos, wir fragten uns: Was können wir tun? Das Projekt und auch das Training haben uns in unserem Handlungsspielraum gestärkt, uns als Team enger zusammengebracht und uns gezeigt was wir schaffen können“.
Unser, über Aktion Deutschland Hilft finanziertes, Erdbeben-Hilfsprojekt kommt im Dezember 2025 zum Ende. Wir blicken auf zwei ereignisreiche und intensive Projektjahre zurück. Fast 1.000 Kinder konnten an notfallpädagogischen Aktivitäten im Rahmen dreier internationaler Einsätze, 400 Menschen an Einführungstrainings, 100 Kinder an regelmäßigen Angeboten in zwei Child Friendly Spaces (Kinderschutzzentren) in Hatay und 30 Lehrer:innen aus Syrien konnten an Hybrid Trainings teilnehmen.
Lina Bäuerle

