Zu Beginn des jüngsten Krieges überwältigte die Angst alle und es war schwierig, über irgendetwas nachzudenken oder zu planen. So begann ich zuerst, zu Hause mit meinen eigenen Kindern zu arbeiten; ich malte mit ihnen und gab ihnen Raum, sich durch Farben auszudrücken. Später weitete ich diese Initiative auf die Kinder aus der Nachbarschaft aus und organisierte Gruppenaktivitäten wie zum Beispiel das Bemalen von Wänden. Schließlich boten mir mehrere Organisationen etwas finanzielle Unterstützung an. Dadurch konnte ich die Arbeit auf breitere künstlerische und gemeinschaftliche Aktivitäten ausweiten.
Innerlich bin ich zutiefst verletzt und trage viel Traurigkeit und Erschöpfung in mir. Doch die Kunst gibt mir ein kleines Fenster zum Atmen. Wir Erwachsene können Schwierigkeiten irgendwie ertragen und bewältigen, aber wie kann ein kleines Kind solche Schmerzen ohne Unterstützung überwinden? Genau hier möchte ich helfen und es ist das, was mich an meiner Arbeit mit den Kindern festhalten lässt.
Ich bemühe mich, inmitten des Krieges, sichere Räume für Kinder zu schaffen, in denen sie sich ausdrücken, spielen und lächeln können – ob in Notunterkünften oder inmitten der Trümmer. Ich arbeite mit ihnen und verwende dabei die einfachsten Materialien wie Stifte, Papier oder recycelte Gegenstände, um sie in Kunst zu verwandeln. Diese Momente geben nicht nur den Kindern die Möglichkeit, durchzuatmen und Freude zu finden. Sie geben auch mir ein Gefühl der Heilung von meiner eigenen inneren Trauer und meinem Schmerz, wenn ich ihr Lachen und ihre Spontaneität beobachte. Kunst wird so zu einer Brücke zwischen Schmerz und Hoffnung – zwischen der harten Realität und den Momenten der Freude, die wir gemeinsam schaffen. Ich glaube, dass jedes Bild unsere Botschaft in die Welt trägt und unsere Geschichte mit einer Stimme erzählt, die über Worte hinausgeht.
Ich möchte, dass die Welt weiß, dass die Kinder von Gaza nicht nur Zahlen in den Nachrichten sind, sondern Seelen voller Kreativität und Träume. Alles, was sie brauchen, ist jemand, der ihnen einen Raum gibt, sich auszudrücken. Für sie ist Kunst kein Hobby – sie ist ein Mittel zum Finden von Momenten der Freude und Hoffnung inmitten der harten Realität; sie ist ein Mittel zum Überleben.
Murad Al-Assar

